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Brandverhalten von natürlichen Dämmmaterialien

Die Baukonjunktur brummt, es wird immer mehr gebaut und umso wichtiger werden Umweltverträglichkeit und Wiederverwertbarkeit der verwendeten Baustoffe. Eine echte Kreislaufwirtschaft darf sich nicht im Downcyclen der Materialien erschöpfen, sondern muss eine umweltverträgliche Produktion und hochwertige Wiederverwertung mit einschließen.

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Prüfstand zur Bestimmung der Neigung eines Bauprodukts zum kontinuierlichen Schwelen nach DIN EN 16733. Foto: Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Dies gilt auch für Dämmstoffe, erklärt Dr. Thorsten Kolb vom Fraunhofer Institut für Holzforschung im Rahmen des Forums „Neue Nachhaltigkeit: Kreislaufwirtschaft und erneuerbare Energie“. Baumaterialien müssen bezüglich ihres Brandverhaltens nach DIN 4102-1 oder DIN EN 13501-1 charakterisiert werden. So müssen Materialien ab Gebäudeklasse 4 für eine Gebäudehöhe ab 7 m als »schwerentflammbar« eingestuft sein. Im Fachbereich Brandschutz entwickelt Fraunhofer Lösungen zur Verbesserung dieser Baustoffklassifizierung. Beispielsweise gilt Polystyrol als schwer entflammbar, brennt jedoch viel schneller ab als Holzfaser, die als normal entflammbar eingestuft wird, aber zum Glimmverhalten neigt. Um eine Kategorisierung des Glimmverhaltens zu ermöglichen, haben Kolb und seine Kollegen in den letzten drei Jahren Grundlagenuntersuchungen zum Glimmen von Holzfaserdämmstoffen durchgeführt. Im Rahmen der Forschungsaktivitäten formulierten sie einen neuen charakteristischen Materialkennwert: die Glimmbeschleunigung als Grundlage für die Entwicklung eines Glimmschutzmittels für zukünftige Projekte aus natürlichen Materialien. Untersucht werden Dämmstoffe aus Holzfaser, Zellulose, Hanf, Reet, Jute und Seegras.

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Am Fraunhofer WKI konzipierter Glimmprüfstand. Foto: Fraunhofer WKI | Manuela Lingnau

Erfreulich: Auf der BAU 2019 wurde gerade erst ein Beispiel für eine schwer entflammbare Holzfaserdämmplatte vorgestellt.